
Bund und Länder haben nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossen, den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu folgen.
Das teilte Merkel am Dienstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit.
„Es ist ohne Frage ein Rückschlag“, sagte Spahn über den Stopp der AstraZeneca-Impfungen für Menschen unter 60 Jahren. Aber die über 60-Jährigen könnten nun schneller geimpft werden.
Impfung für Jüngere nach „ärztlichem Ermessen“
Nur nach „ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse und Entscheidung der impfwilligen Person nach sorgfältiger Aufklärung“ kann von dieser Altersbeschränkung auch abgesehen werden, heißt es im Beschluss der Gesundheitsminister. Diese Impfung erfolge dann grundsätzlich in den Praxen niedergelassener Ärzte.
Spahn weiter: „Die Älteren in dieser wachsenden dritten Welle zu schützen, ist wichtig.“ Er bitte daher darum, das bestehende Impfangebot anzunehmen. Der Impfstoff von AstraZeneca sei „sehr wirksam, gerade auch bei den Älteren.“
Merkel sagte zuvor: „Vertrauen entsteht aus dem Wissen, dass jedem Verdacht, jedem Einzelfall nachgegangen wird.“ Auch nach einer entsprechenden Einschätzung der Ständigen Impfkommission seien die Meldungen über Auffälligkeiten sehr selten, aber nicht zu ignorieren. „Dass wir verschiedene Impfstoffe zur Verfügung haben, ist ein großes Glück“, sagte Merkel.
Im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) heißt es: „Die Ministerinnen und Minister sowie die Senatorinnen für Gesundheit von Bund und Ländern nehmen die vom Paul-Ehrlich-Institut berichteten Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca sehr ernst und verweisen auf ihren Beschluss vom 18. März 2021.“
Und weiter: Ab 31. März komme der AstraZeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus bei Menschen zum Einsatz, „die das 60. Lebensjahr vollendet haben“.
Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung angepasst, nachdem in mehreren Städten und Bundesländern Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca bei allen Menschen unter 60 Jahren gestoppt worden waren. Grund: neue Erkenntnisse über aufgetretene Hirnvenen-Thrombosen.
