Ratgeber: An diesen Symptomen erkennen Sie das Coronavirus


RATGEBER

Das Coronavirus verbreitet sich immer weiter: Nach zwei nachgewiesenen Coronavirus-Fällen in Baden-Württemberg und Nordrhein Westfalen beraten die Behörden in Deutschland über das weitere Vorgehen.

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien gibt es in immer mehr europäischen Staaten Nachweise des Erregers: Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz hatten am Dienstag von Sars-CoV-2-Fällen berichtet. Viele Menschen sind auch hierzulande verunsichert und fragen sich, an welchen Symptomen man eine Corona-Infektion erkennt und wie man sich schützen kann. Hier klären wir alle wichtigen Fragen und geben Antworten.

Coronavirus erkennen: Das sind die Symptome

Gewöhnliche Coronaviren verursachen meistens ähnliche Symptome wie eine einfache Erkältung, erklärt das RKI – also Husten und Schnupfen. Bestimmte Coronaviren könnten aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Doch auch hier droht eine Verwechslung mit der saisonalen Grippe, die Symptome – Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Atemwegsprobleme – ähneln sich.

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Das neue Coronavirus scheint laut „Robert Koch-Institut“ mit einem schwereren Verlauf einherzugehen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten. Typisch für das neuartige Coronavirus ist nach derzeitigem Stand, dass die oberen Atemwege kaum betroffen sind. Es gibt beispielsweise keinen Schnupfen.

Die Inkubationszeit des neuen Coronavirus hinter der Lungenkrankheit in China ist meist etwa zehn Tage. Wie der Direktor der nationalen Gesundheitskommission, Ma Xiaowei berichtete, sei die kürzeste registrierte Zeitspanne aber auch nur ein Tag gewesen – die längste 14 Tage.

Auch wer keine Symptome hat, kann ansteckend sein

Die Infizierten seien in dieser Zeit bereits ansteckend, auch wenn noch keine Symptome erkennbar seien. Das unterscheide die neue Variante des Coronavirus von dem eng verwandten SARS-Erreger, der die Pandemie 2002/2003 ausgelöst hatte.

Eine Studie im Journal Lancet hatte zuvor schon ergeben, dass das Virus auch von Personen weitergegeben werden könne, die noch keine Erkältungssymptome zeigen. Die Forscher bezogen sich auf eine Familie in der chinesischen Stadt Shenzhen. Zwei Mitglieder hatten in Wuhan Kontakt zu einem erkrankten Verwandten im Hospital. Am Ende hatten sechs Familienmitglieder das Virus, darunter eines, das nicht einmal in Wuhan war. Ein infiziertes Kind zeigte keine Symptome.

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Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, sollte auf gute Händehygiene geachtet werden. Das heißt, häufiges und gründliches Waschen der Hände, Handgelenke, Fingerzwischenräumen und des Nagelbettes sind Pflicht. Außerdem sollte ein bis zwei Meter Abstand zu Erkrankten gehalten und die Husten- und Nies-Etikette eingehalten werden. Es wird die Benutzung von Einmaltaschentüchern, sowie in die Armbeuge zu niesen und sich dabei von den Mitmenschen wegzudrehen, empfohlen. In Anbetracht der saisonalen Grippewelle seien diese Empfehlungen laut „RKI“ aber grundsätzlich überall und jederzeit angeraten.

Was bringen Gesichts- und Atemschutzmasken?

Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken seien eigentlich nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht, erläutert Salzberger. Vielmehr sollen sie dafür sorgen, dass aus dem Atemtrakt von Chirurgen keine möglicherweise infektiösen Tröpfchen in das Operationsgebiet gelangen. Es mache Sinn, zum Beispiel als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. „Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit“, sagte Salzberger. Die Wirkung sei nicht besser als mit einem Schal vor Mund und Nase.

Wer dennoch einen Mundschutz tragen möchte, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, solle laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unbedingt darauf achten, dass die Maske eng anliegt und nicht verrutscht. Bei Feuchtigkeit sollte sie gewechselt werden.

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Von den aktuellen Bildern aus China dürfe man sich nicht täuschen lassen: Dort würden Masken sowieso sehr häufig getragen, vor allem wegen der Luftverschmutzung, so Salzberger. Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin, Lars Schaade, verwies kürzlich auch darauf, dass es in Asien „in gewisser Weise ein Akt der Höflichkeit“ sei, als Kranker einen Mundschutz aufzusetzen, um weniger Erreger zu verbreiten.

Coronavirus: Wie groß ist die Gefahr in Deutschland wirklich?

Laut den Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell weiter gering bis mäßig – auch wenn eine weltweite Ausbreitung des Virus, Stichwort Pandemie, als wahrscheinlich gilt. Auf globaler Ebene handele es sich um eine sich „sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation“. Für eine abschließende Beurteilung der Schwere seien jedoch gegenwärtig noch nicht genügend Daten vorhanden.

Weiterhin müsse mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen, Ausbrüche und lokale Infektionsgeschehen in Deutschland seien möglich. Derzeitiges Ziel der Gesundheitsbehörden ist es, einzelne Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung dadurch so weit wie möglich zu verzögern. Damit will man vor allem Zeit gewinnen, denn mit jedem Tag werden die Erkenntnisse zum Coronavirus größer. Auch soll durch dieses Vorgehen ein Zusammentreffen mit der aktuell in Deutschland grassierenden Influenzawelle soweit als möglich vermieden werden, da dies zu einer maximalen Belastung der medizinischen Versorgungsstrukturen führen könne.

Das RKI betont jedoch, dass sich die aktuelle Einschätzung kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern könne. Sobald etwa neue Fälle auftreten oder deutlich wird, dass die Verbreitung auf Dauer nicht zu vermeiden ist, könnte die aktuelle Bekämpfungsstrategie angepasst werden.

Schutz vor Coronavirus: Gibt es eine Impfung?

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Infektion gibt es nicht, die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden. Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die Lungenkrankheit in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar vielfach ganz ohne Symptome. Von den in China registrierten Todesfällen gehen die meisten nach derzeitigem Stand auf ältere Patienten mit Vorerkrankungen zurück.

Auf Bildern aus China sieht man derzeit häufig Menschen, die Mundschutz oder Atemschutzmasken tragen. Apotheken berichten auch hierzulande von steigender Nachfrage, sagte eine Sprecherin der „Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)“ – schon bevor in Bayern die ersten bestätigten Fälle bundesweit bekannt wurde.

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Eine Notwendigkeit, sich hier selbst vor einer Ansteckung zu schützen, sieht der Mediziner Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg auch nach den ersten Fällen in Deutschland nicht: „Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie der dpa. Die Gesundheitsbehörden kümmerten sich „hervorragend“, darauf könnten sich Bürger verlassen.